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23.9.13

Wahl ohne Auswahl: Wie sich CDU/CSU, SPD, Die Grünen, Die Linke und die Wähler noch entscheiden könnten

Das Endergebnis steht fest und lässt sich nachlesen: Dabei ist von Triumph, und Traumergebnis, aber auch Debakel und Scheitern zu lesen. Doch die Wahl ist noch nicht vorbei. Ja, sie könnte noch einmal ganz neu beginnen, weil sich die Partnersuche für Angela Merkel schwierig gestaltet. Denn immerhin will jede der fraglichen Parteien nach vier Jahren noch wählbar sein, und dann am besten besser dastehen, als momentan. Nur die CDU/CSU könnte dem allen gelassen entgegensehen, wenn sie nicht eine der anderen Parteien zum regieren bräuchte. Doch das gestaltet sich schwierig:
  • Die SPD will nicht mit der CDU, um nicht durch den Merkel-Faktor bei der nächsten Wahl noch tiefer zu rutschen (und in dieser Koalition kann sie sich wohl kaum profilieren).
  • Auch den Grünen ist es sicherlich zu heikel, auf Bundesebene das Lager zu wechseln und sich quasi als FDP-Nachfolgepartei an die Seite der Union zu begeben.
  • Die Linke kommen als Partner echt nicht in Frage und
  • allein hat eine Minderheitsregierung momentan keine Chance.
Die Konsequenz heißt Neuwahlen, bei der alle außer CDU/CSU gewinnen können (sogar die FDP, da mancher CDU-Wähler sicherlich der Koalition mit der Zweitstimme die Wege zu ebnen versucht). Auch die Grünen und die Linke hätten die Hoffnung, ihre Verluste zu mindern oder gar auszugleichen. Und die SPD könnte sich noch einmal für die zu erwartende Opposition neu aufstellen (und vielleicht klappt's ja im zweiten Anlauf, weil durch ihn Angela Merkel an Nimbus verliert).

Die einzigen, die sicherlich nach dem historischen Ergebnis keine Neuwahl wünschen, sind Angela Merkel und die CDU/CSU. Doch ob's wünschen allein reicht, ist fraglich. Ansonsten müssen die Sieger der Wahl so ziemlich alles tun, um eine funktionierende Koalition aufzustellen. Und das macht CDU/CSU in Verhandlungen schwach. So verkehren sich dann Glanz und Gloria rasch ins Gegenteil und sind eventuell nicht von langer Dauer.

Ja, wer die Wahl hat, hat nicht nur die Qual, sondern kann sich mitunter einfach nicht entscheiden. Weil es keine Option gibt, sondern nur Opposition.

20.3.13

Eine Zensur findet nicht, statt -
dessen sucht sie

Domian hat was gepostet, und Facebook hat's gelöscht (s.u. Quellen 1). Was daran am meisten erstaunt, ist die Plumpheit der Angelegenheit. Eigentlich sollte man annehmen, dass Facebook weiß, dass es sich bei Domian um eine Person öffentlichen Interesses handelt, die man nicht einfach unbemerkt abstraft. Das bekommen einfach zu viele Leute mit. (s.u. Quellen 2)

Wenn dieses Wissen nicht schon aus Kenntnis der deutschen Medienlandschaft resultiert, so wäre doch zu erwarten, dass die hauseigene automatische Analyse der Kommunikationsströme hierüber Aufschluss gäbe. Hat sie offensichtlich nicht. Blamabel. Nun ist die Empörung groß. Zu Recht. Denn solche Stümperhaftigkeit - und dieses verquaste Wort trifft den Sachverhalt - hätte man Facebook nicht zugetraut.

Wie soll man jemandem vertrauen, dass er investiertes Geld in zielgerichtete Werbung umsetzt, die potentielle Kunden effektiv adressiert, wenn dieses Unternehmen seine Werkzeuge nicht einmal zum Schutz des eigenen Images einsetzen kann?

Und so lässt die nachgeschobene Entschuldigung, die gleich noch eingesteht, dass man technisch nicht umgehend in der Lage ist, gelöschte Postings wieder herzustellen, beim kommunikativen Bauchplastscher zu viel Wasser über den Beckenrand schwappen. Das bringt nicht mehr als nasse Füße.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass man bei Facebook eigentlich sagen kann was man will, da es offensichtlich völlig zufällig und beliebig ist, welche Nachrichten beim Meinungswellensurfer gelöscht werden. Anders kann man sich die desaströse Aktion eigentlich gar nicht erklären. Das hat sich wohl auch Domian gedacht und breitet die freie Rede der Verzeihung über die Angelegenheit (s.u. Quellen 3). Das Schweigen des Vergessens wäre der Sache eher gerecht geworden.

Und bitte: Keine Rede von Zensur.

Quellen 1:
https://www.facebook.com/Domian.Juergen
http://www.facebook.com/tinakulow

Quellen 2:
Facebook löscht Domian-Postings: Glaubensfragen - Medien - FAZ:
Internet: Facebook löscht Beiträge von Moderator Domian | ZEIT ONLINE:
Facebook löscht kritische Postings von Jürgen Domian - SPIEGEL ONLINE:

Quellen 3:
Zensur-Vorwürfe: Facebook sagt sorry, Domian akzeptiert - Digital - Süddeutsche.de:
Facebook entschuldigt sich: Jürgen Domian ist nach Löschaktion wieder versöhnt - Zoff um Papst-Beitrag - FOCUS Online - Nachrichten:

Merke:

Eine Zensur findet nicht, statt-
dessen sucht sie. (R.Wiseman)